🌍 30 Jahre Shrines of Europe: Mariazell zu Gast beim JubilĂ€umstreffen in FĂĄtima

Unter dem Motto „Heilige Orte – eine gemeinsame Zukunft“ kamen Vertreter der sieben bedeutendsten katholischen Marienwallfahrtsorte Europas am 22. und 23. Oktober im portugiesischen FĂĄtima zusammen, um das 30-jĂ€hrige Bestehen der Vereinigung Shrines of Europe zu feiern und gemeinsam einen Blick in die Zukunft des europĂ€ischen Wallfahrtstourismus zu werfen.

Seit drei Jahrzehnten steht die Vereinigung Shrines of Europe fĂŒr die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit bedeutender europĂ€ischer Wallfahrtsorte. Altötting, Lourdes, Loreto, FĂĄtima, Częstochowa, Einsiedeln und Mariazell verbindet nicht nur ihre lange religiöse Tradition, sondern auch ihre besondere Bedeutung als Orte der Begegnung, der Besinnung und des kulturellen Austauschs. Mariazell ist seit 2004 Teil dieses internationalen Netzwerks und bringt seither seine Erfahrungen und Perspektiven in die gemeinsame Arbeit ein.

Das 30-jĂ€hrige JubilĂ€um bot einen wĂŒrdigen Anlass, auf die bisherige Zusammenarbeit zurĂŒckzublicken, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und neue Impulse fĂŒr die kommenden Jahre zu setzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung des internationalen Austauschs, die Bewahrung des reichen spirituellen und kulturellen Erbes Europas sowie die nachhaltige Weiterentwicklung der Wallfahrtsorte als bedeutende Reise- und Begegnungsziele.

đŸ€ Mariazell war bei diesem besonderen Ereignis prominent vertreten: BĂŒrgermeister Fabian Fluch, Stadtamtsdirektor Mag. Philipp Digruber und Mag. Marita Troger, Leiterin der Abteilung Projekte und Tourismus, reisten nach Portugal, um am Festakt und an den Beratungen der Mitgliedsorte teilzunehmen. Der Besuch bot Gelegenheit, die enge Verbundenheit Mariazells mit den europĂ€ischen PartnerstĂ€dten zu unterstreichen und die Bedeutung der gemeinsamen Initiativen fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung des Wallfahrtsortes hervorzuheben.

✹ Heilige Orte – eine gemeinsame Zukunft

Ein zentraler Programmpunkt des JubilĂ€umstreffens war ein wissenschaftlicher Kongress, der sich unter dem Leitgedanken „Heilige Orte – eine gemeinsame Zukunft“ mit den Herausforderungen und Chancen europĂ€ischer PilgerstĂ€dte auseinandersetzte. Forscherinnen und Forscher sowie Praktiker aus verschiedenen europĂ€ischen LĂ€ndern diskutierten darĂŒber, wie sich das Pilger- und Reiseverhalten verĂ€ndert und welche Antworten die traditionsreichen Wallfahrtsorte auf neue MobilitĂ€tsmuster und gesellschaftliche Entwicklungen finden können. Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft der PilgerstĂ€dte weit ĂŒber ihre religiöse Bedeutung hinausreicht. Als Zentren der SpiritualitĂ€t, der Kultur und der Gastfreundschaft leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben und zur europĂ€ischen IdentitĂ€t. Gefragt sind daher zukunftsorientierte Konzepte, die das ĂŒber Jahrhunderte gewachsene Erbe bewahren und gleichzeitig neue Formen der Begegnung ermöglichen. Nachhaltigkeit, zeitgemĂ€ĂŸe Angebote und eine enge Zusammenarbeit ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg spielen dabei eine wesentliche Rolle. Gerade fĂŒr Mariazell, das seit Jahrhunderten Menschen aus vielen LĂ€ndern anzieht, bietet der internationale Erfahrungsaustausch wertvolle Möglichkeiten, neue Ideen aufzugreifen und die eigene Position innerhalb des europĂ€ischen Wallfahrtswesens weiter zu stĂ€rken.

đŸŒ± Gemeinsame Projekte und klare Ziele fĂŒr die Zukunft

Am zweiten Tag des Treffens stand die Generalversammlung der Vereinigung Shrines of Europe auf dem Programm. Unter der Leitung des BĂŒrgermeisters von OurĂ©m, LuĂ­s Miguel Albuquerque, wurden aktuelle Projekte vorgestellt, strategische Schwerpunkte beraten und wichtige Weichen fĂŒr die zukĂŒnftige Zusammenarbeit gestellt. Zu den Themen zĂ€hlte unter anderem die PrĂ€sentation eines Comicbuchs, das die sieben Marienwallfahrtsorte auf anschauliche Weise vorstellt und ihre Besonderheiten auch einem jĂŒngeren Publikum nĂ€herbringen soll. Das Projekt zeigt, wie die gemeinsame Geschichte und Bedeutung der europĂ€ischen Wallfahrtsorte auch auf innovative und zeitgemĂ€ĂŸe Weise vermittelt werden können. Ebenso wurde der AktivitĂ€tsplan fĂŒr das Jahr 2027 mit den vorgesehenen PrioritĂ€ten und strategischen Leitlinien behandelt. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Vorhaben, die Shrines of Europe als Kulturroute des Europarates formell zertifizieren zu lassen. Dieser Schritt soll die internationale Zusammenarbeit weiter stĂ€rken und die gemeinsame kulturelle, historische und spirituelle Bedeutung der Mitgliedsorte noch sichtbarer machen. Ein weiterer Höhepunkt steht bereits bevor: FĂŒr den 2. Dezember ist in Rom ein Treffen der sieben BĂŒrgermeister mit Papst Leo XIV. geplant. Diese Begegnung unterstreicht den besonderen Stellenwert der europĂ€ischen Marienwallfahrtsorte und ihre gemeinsame Verantwortung, religiöse Tradition, kulturelles Erbe und europĂ€ische Verbundenheit in die Zukunft zu tragen.

🌐 Mariazell als Teil eines starken europĂ€ischen Netzwerks

Das JubilĂ€umstreffen in FĂĄtima hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit der sieben Wallfahrtsorte ist. Trotz ihrer unterschiedlichen Geschichte, ihrer regionalen Besonderheiten und ihrer geografischen Lage verbindet sie ein gemeinsames Anliegen: Menschen willkommen zu heißen, spirituelle Erfahrungen zu ermöglichen und das kulturelle Erbe Europas lebendig zu halten. FĂŒr Mariazell bedeutet die Mitgliedschaft bei Shrines of Europe die Chance, sich aktiv in ein internationales Netzwerk einzubringen, von den Erfahrungen der Partnerorte zu profitieren und gemeinsam neue Perspektiven fĂŒr Wallfahrt, Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung zu schaffen.

🌟 30 Jahre Shrines of Europe stehen somit nicht nur fĂŒr eine erfolgreiche Geschichte der Zusammenarbeit, sondern vor allem fĂŒr einen gemeinsamen Auftrag mit Blick nach vorne: die europĂ€ischen Wallfahrtsorte als lebendige Zentren des Glaubens, der Kultur und der Begegnung zu bewahren und ihre verbindende Kraft auch fĂŒr kommende Generationen erlebbar zu machen.

 

📝 Mag. Marita Troger
đŸ“· Shrines of Europe